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Musicosophia

…oder: die Kunst des bewussten Musikhörens

“Die Art, wie wir die große klassische Musik betrachten, ist zumeist sehr oberflächlich. Wir behandeln sie als Unterhaltung, während sie eigentlich ein Appell zur Verinnerlichung, Selbsterkenntnis und Suche nach dem Sinn des Lebens ist.“ Aus dieser Überzeugung heraus gründete der aus Rumänien stammende Musikwissenschaftler und Philosoph George Balan 1979 in der Nähe von Freiburg die weltweit erste Schule, in der die “Kunst des bewussten Musikhörens“ unterrichtet wird.
Balan lehrte über 20 Jahre als Professor für Musikästhetik am Konservatorium in Bukarest und erlangte als Moderator von Rundfunksendungen in Rumänien große Bekanntheit. 1979 ließ er sich im abgelegenen Sankt Peter im Hochschwarzwald mit fünf Mitarbeitern nieder, um sich ganz seiner Lebensaufgabe zu widmen - Musicosophia, der bewussten Erschließung jener Weisheit, die in der Musik der großen europäischen Meister verborgen liegt.
Aufgrund eingreifender persönlicher Erfahrungen und nach jahrzehntelangem Suchen kam Balan nämlich zu folgender Erkenntnis: Die Musik Bachs, Beethovens, Mozarts, Brahms, Schuberts und anderer Meister braucht, um wirklich verstanden zu werden, nicht gelehrte Fachleute, sondern bewusste Hörer. Heute finden europaweit Ausbildungslehrgänge zum “bewussten Hören“ statt, an denen jeder - auch ohne besondere musikalische Vorkenntnisse - teilnehmen kann. Ziel dieser “Hör-Schule“ ist es, als Hörer einen Beitrag zur Vollendung des musikalischen Schöpfertums zu leisten. Durch “vergeistigtes Hören“ rundet man den musikalischen Schaffensprozess des Komponisten und des/der Interpreten ab.

Die Musik verstehen

Scheinbar ist uns diese Fähigkeit nicht selbstverständlich gegeben, denn sonst würde sich die Existenz einer solchen Schule im Wesentlichen erübrigen. Was bedeutet es also, der Musik bewusst zuzuhören?
Musik ist eine Sprache und hat wie diese auch die Rolle eines Vermittlers inne. Und ihre “Botschaft“ will verstanden werden. Wie bei einem literarischen Text ist hier ebenso zunächst die Textstruktur und die Bedeutung der Worte zu erfassen. Es verlangt also sehr wohl auch eine geistige Anstrengung, eine methodische Annäherung und ein Erforschen durch klares Denken. “Wenn man die Musik wirklich verstehen will,“ erläutert Balan “dann muss man lernen, sich von den musikalischen Euphorien und Gefühlswallungen zu lösen - sonst nimmt man nur sich selbst wahr und kann nicht entdecken, was die Musik objektiv darstellt.“ Man kann ja weitaus mehr als sich nur gefühlsmäßig “mitreißen“ lassen - man kann hinter den Text schauen und sozusagen durch das Ohr dem Geist der Töne begegnen. Wiederholtes Hören eines Musikstückes, dieses in sich nachklingen lassen und eine Reflexion des Erlebten gehören ebenso dazu, wie ein graphisches Nachzeichnen und Anschaulichmachen der musikalischen Struktur.

Kopf und Herz verbinden

Gebhard von Gültlingen, langjähriger Mitarbeiter von Balan, erklärte uns den Prozess des Hörens und Verstehens so: “Musik zu verstehen heißt nicht einfach, sich hinzusetzen, die Augen zu schließen und darüber nachzudenken, was nun die philosophische Aussage des einen oder anderen Musikstückes sein könnte. Das eigentliche Verstehen, worauf wir in unseren Seminaren hinarbeiten, ist ein umfassenderer Vorgang, der zwar auch das Denken anspricht, dessen wertvollste Erfahrungen aber über das Denken hinausgehen: Es geht darum, Kopf und Herz zu verbinden. Ein Musikstück in diesem Sinne tiefer zu erfassen, bedeutet, es nicht bei rein oberflächlichen, analytischen Interpretationen zu belassen, sondern das Gehörte in sein Innerstes zu nehmen und dort nach seinem Wesen und seiner Botschaft zu lauschen. Eines der wichtigsten Instrumente, die uns dabei helfen, die Musik kennen zu lernen, ist neben unseren Ohren das Herz. “Mit dem Herzen können wir die Musik fühlen. Es ist der geheimste Ort, wo sich die Musik aufhält. Und dort müssen wir sie bewahren.”

Der Musik mit den Händen folgen

Durch wiederholtes Hören lässt sich das musikalische Denken des Komponisten herausarbeiten - ein erstes Thema, ein zweites, eine Reprise, der Melodieverlauf, ein Schlusssatz usw.… bis die ganze musikalische Architektur vor einem liegt. “Wenn du da durch bist, kommt der eigentlich schöpferische Teil für den Musikhörer.“, erklärt von Gültlingen. “Stell dir nun vor, wie man das Thema des gehörten Stückes in eine Bewegung umsetzen könnte. Um sich dies zu vergegenwärtigen, reicht es, wenn du die Musik innerlich summst, pfeifst, mehrere Male in großer Konzentration, und darauf achtest, was mit deinen Armen und Händen passiert.“
Das Gehörte wird also dem melodischen Verlauf folgend mit den Händen nachgezeichnet. Der Hörer komponiert dann (freilich im übertragenen Sinn) das Gleiche noch einmal, was der Komponist in Tönen beschrieben hat. Wenn wir benennen, nachzeichnen und -gestalten können, was wir hören oder gehört haben, sind wir der Musik schon ein gutes Stück näher gekommen. Diese bislang einzigartige Methode der Musik-Erfahrung heißt “Melorhythmie“ und ist der Schlüssel zu einem ganzheitlichen Musikerlebnis. Durch den Einsatz der Gebärde beginnt das Schöpferische beim Musikhören. Der Hörer kann die melodische Idee mit Hilfe der Bewegung seiner Hand viel leichter und intensiver erfassen und ihr Ausdruck verleihen. Und indem er dies tut, wird er selbst zum Schöpfer.
Gerade bei Kindern kann man immer wieder beobachten, dass die Gebärde die Gedächtnisleistung und die Fantasie fördert und harmonisierend auf die Motorik wirkt. Und auch viele Erwachsene berichten während des Kurses von einer entspannenden und heilenden Wirkung der Gebärde auf ihre eigene seelische Stimmung - weil man sich damit einer objektiven Dimension der Musik nähert. Hier geht es nicht um mein ICH, meine Idee, meine Vorstellung, sondern um das, was Bach, Mozart, Beethoven oder Schubert selber in den Tönen angelegt haben.

Musikmeditation

Hat man sich als Hörender derart intensiv in die Musik der großen Meister versenkt, wird man den Zugang zu einer inneren Quelle finden, zu einer tiefen geistigen Offenbarung. In seinem Buch “Einführung in das schöpferische Musikhören“ erklärt Balan das so: “Musikliebe und Musikerkenntnis bilden die Vorhalle des Tempels, in dem man mit Gott zum Gespräch eintritt. Indem sie uns zu unserer wahren Identität führt, macht uns die Musik den Weg zu Gott frei, denn wahrhaft glauben ist nichts Anderes als sein eigenes, wahres Ich gefunden zu haben. Auf die Mosesfrage wird mit den so geheimnisvollen Worten geantwortet: 'Ich bin, der Ich bin‘ […] Und wir erleben die Musik gleichartig mit unserer Innerlichkeit, weil sie ein tönendes ICH BIN, also ein Strahl der Göttlichkeit ist.“
Balan bezeichnet die Musik als “tönende Geisteswissenschaft“. Ihm persönlich war die Musik stets ein treuer Begleiter, das Leben zu ertragen und seine Schwierigkeiten zu überwinden. Und allmählich wurde sie zu einem geistigen Führer, der ihm offenbarte, was durch die auf dem Wort beruhenden Wissenschaften verschlossen geblieben war: “Wie man mit dem Ton umgeht, inwieweit man sich dem Ton mit seinen geistigen Fähigkeiten öffnen kann, das alles sind keine Selbstverständlichkeiten. Es gibt eine Menge großer Philosophen, die für die Musik fast taub sind. Sie können alle Probleme der Welt lösen, aber sie können kein ausgesuchtes musikalisches Thema aus dem Rest eines Musikstückes heraushören. Sie haben Feinfühligkeit für intellektuelle Ideen, aber nicht für musikalische. Wir alle sind gegenüber der Musik fast wie Kinder. Aber durch wiederholtes Hören lässt sich unser Bewusstseinszustand praktisch ohne Ende vertiefen. Mit jeder Anstrengung, mit jedem ernsthaften Versuch kann man noch tiefer gehen. Die Musik ist unerschöpflich.“

Heilung durch Musik?

Und wie steht Balan zu der These, dass Musik auch “heilenden Kräfte“ besitzt? “Novalis, der Dichter und Mystiker der Romantik, soll einmal gesagt haben, dass Krankheit ein musikalisches Problem sei, und durch bestimmte Klänge könne der Mensch wieder in Harmonie mit sich selber, mit dem Kosmos gebracht werden… Die Musik kann uns im geistigen Sinne enorm viel geben. Was jedoch mit diesem Gehalt gemacht wird, das hängt von jedem selbst ab. Sonst müssten die Komponisten und Interpreten ja die gesündesten Menschen der Welt sein. Was aber nie der Fall war. Zu behaupten, dass eine bestimmte Krankheit eine bestimmte Musik zur Heilung erfordert, ist meines Erachtens falsch. Der Ton hat eine gestaltende, eine ordnende Kraft, er kann unseren Geist in Ordnung bringen. Und der Geist ist es, der weiter wirkt und das Übrige tut. Was hätte wohl Mozart für mein Rheuma, mein Hautproblem oder meine Krebserkrankung komponieren können? Er kann mir nur im Geist eine gewisse Kraft übertragen, und dann muss ich mit dieser Kraft etwas machen.
Es ist nicht die Musik an sich, die eine Krankheit heilt. Es muss zuerst eine echte Liebe für die Musik vorhanden sein - und dann ist es eigentlich die Liebe, die heilt. Das ist die höchste Kraft. Wir brauchen die Musik - jedoch nicht für unsere praktischen Bedürfnisse. In einem gewissen Sinne ist Musik ein Luxus. Auch die Liebe ist ein Luxus. Die Liebe und die Musik gehören zu den zweckfreien Seiten des Lebens. Man könnte auch ohne sie leben… aber was ist das dann für ein Leben?“

Kinder begegnen großen Meistern

“Eine Musik kann laut oder leise beginnen. Aber warum möchte eine Musik einmal laut und einmal leise beginnen?“ Hubert Pausinger, Kursleiter des Pädagogischen Seminars der Musicosophia-Schule, schaut fragend in die versammelte Kinderrunde. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: “Der Komponist will es so!“, meint die siebenjährige Donata. Damit sind zwar noch nicht alle Rätsel zu einem richtigen Musikverständnis gelöst, doch ein erster Schritt ist getan.
Eine ganze Woche lang entdecken und erleben 13 Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern spielerisch die großen Meister der europäischen Musik. Dreimal im Jahr finden die Kinderkurse in Sankt Peter statt. Für dieses Mal wurden Stücke aus Brahms Ungarischen Tänzen, das Finale aus Tschaikowskys Schwanensee, die Papageno-Arie aus Mozarts Zauberflöte, Beethovens 4. Klavierkonzert, Dvoraks Symphonie Nr. 9 und das Menuett aus Mozarts Kleiner Nachtmusik ausgewählt. Zweifellos ein anspruchsvolles Programm, doch die Kinder machen sich mit erstaunlicher Leichtigkeit und großer Begeisterung daran, die Musik an Körper, Geist und Seele neu zu erfahren und erleben.
“Der Anfang war also leise. Wie leise beginnt die Musik?“ Pausinger zeichnet mit seinen Händen einen Abstand von etwa einer halben Baguettelänge in die Luft und erklärt: “Wenn es laut wird breiten wir die Arme aus, wenn es leise wird, halten wir sie ganz dicht zusammen. Und wenn die Musik hoch geht, dann gehen wir mit den Armen hoch, geht sie runter, dann gehen wir mit den Armen nach unten…“. Die Kinder sind eifrig und konzentriert, und haben ihre anfängliche Befangenheit den erwachsenen Teilnehmern gegenüber abgelegt. Die kleine Verena erklärt sogar etwas naseweis, dass die Erwachsenen zwar nicht unbedingt mitmachen müssten, doch besser wäre es für sie, denn dann würden sie auch noch etwas dazulernen. Vielleicht hat sie gar nicht so unrecht damit…?
“Wie geht es weiter? Es wird lauter. Jetzt kommen die Streicher dazu. Und dann? Es wird ein bisschen lauter, nicht viel. Etwa so. Wann kommen die Trommeln? Und gibt es eine Melodie? Ja. Vielleicht sollten wir sie einmal gemeinsam mitsummen.“ Alle summen. Die neunjährige Sara zeigt die Melodie währenddessen mit dem Zeigestock vorne an der Papiertafel. “Und am Ende? Geht es dort hoch oder runter?“ Aus dem Zögern der Kinder ist abzulesen, dass sich diese Frage offensichtlich noch nicht ganz eindeutig beantworten lässt… daher fragt Pausinger gleich weiter: “Was machen wir, wenn wir's nicht mehr genau wissen? - Wir hören die Musik noch einmal.“…

Kontakt: www.musicosophia.de

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