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Der magische Tiergarten

von Eva Schreuer

Heuer feiert der Wiener Tiergarten Schönbrunn seinen 250. Geburtstag. Nach dumpfem Dahinfristen als eher schäbiges Tierasyl begann vor etwa zehn Jahren ein gewaltiger Aufschwung - ein neuer Direktor machte den ältesten Zoo der Welt zu einem der weltweit modernsten. Der Weg von der Menagerie des Kaisers zu Helmut Pechlaners Zoo der glücklichen Tiere bewegt und beschäftigt den Journalisten und Fotografen Gerhard Kunze seit Jahren. In seinem Buch „Tiergarten Schönbrunn“ offenbart er unter anderem lange verborgene Geheimnisse und Hintergründe der Zoogründung.

Die kaiserliche Menagerie
Am 31. Juli, einem strahlenden Sommertag im Jahr 1752, lud Maria Theresias Angetrauter Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen einige honore Damen und Herren zu einem Nachmittagsspaziergang ein - um ihnen seine neue Menagerie zu zeigen. Die vier ältesten seiner zahlreichen Kinder waren auch mit von der Partie. Alles fein säuberlich notiert vom damaligen Obersthofmeister Fürst Khevenhüller, der über jeden Schritt seiner kaiserlichen Hoheit genauestens Buch führte. Die Errichtung einer geeigneten Anlage für Tiere war dem naturwissenschaftlich interessierten Kaiser schon seit längerer Zeit ein Anliegen. Immerhin hatte er schon einige „animalische Geschenke“ unterzubringen, z.B. das Kamel, das ihm der türkische Botschafter 1740 mitgebracht hatte, oder das Nashorn, welches 1750 aus Holland eingetroffen war. „Die ersten Tiere waren schon zwei Tage zuvor angekommen, meist Geflügel aus Holland…“, schrieb der Obersthofmeister in sein Tagebuch und notierte auch, dass der Herr bis zu fünf Stunden bei den Tieren zubrachte - „... gehet wohl auch zweimal des Tages dahin, weil er ein ganz besonderes Amusement dabei findet.“ In den darauf folgenden Jahren füllte sich die Menagerie mit immer mehr Tieren, und der Kaiser verbrachte jede freie Minute damit, sie zu beobachten, berichtet Khevenhüller in seinen Aufzeichnungen. Der Grundstein für den Schönbrunner Tiergarten war gelegt - der älteste Zoo der Welt geboren.

Spirituelle Hintergründe
Was veranlasste jene hohen Herrn damals, sich einen Haufen mehr und weniger exotischer Tiere ins Haus zu holen und in Gehege zu sperren? Eine gehörige Portion Dekadenz natürlich? Wahrscheinlich gehörte es damals zum guten Ton, sich mit Außergewöhnlichem zu umgeben - was heute der Porsche, die luxuriöse Golfausrüstung oder die blitzeblank polierte Harley Davidson vor der Haustüre symbolisieren, war eben damals das eigene Nashorn im Garten…!? Mitnichten! Erstaunlich, aber historisch belegt: Der alte Franzl war mit Haut und Haaren und Seele das, was man heute einen „spirituellen Esoteriker“ nennen würde. Schon 1731 wurde er in Den Haag Mitglied der Freimaurer - als erster Fürst auf dem Kontinent - was ihm sicherlich einige Troubles mit seiner Angetrauten Maria Theresia einbrachte, welche die Freimaurerei in Wien gewaltsam auf-löste und verbot. Franz Stephan aber hielt unbeirrbar seine schützende Hand über die Geistesbrüder. Ehekrachs vorprogrammiert. Später schloss er sich auch den Rosenkreuzern an. Und schon vor seiner Ehe war er ein glühender Anhänger der Hermetik und Alchemie. Der griechische Gott Hermes Trismegistos repräsentiert die gleichmäßige Ordnung im Weltganzen und wurde dadurch auch zum Schutzgott der Naturgesetze. Und in der Alchemie setzte man sich mit Sinn und Wesen der Schöpfung auseinander, mit der Stellung des Menschen in Natur und Kosmos und den Wandlungen, denen beide unterworfen sind. So ging’s dem Franz also - wie vor ihm schon Prinz Eugen oder Kaiser Maximilian, die auch beide solche Menagerien beherbergten - um das Studium der Natur und ein Erkennen der Schöpfung.

Ein Logenplatz für Tiere
Für einen derart denkenden und gebildeten Mann war es seinerzeit also unerlässlich, die Natur zu beobachten und zu erforschen - vor allem, um sich selbst darin zu finden und zu erkennen. Auch das Deckengemälde im mittleren Pavillon illustriert die alchimistische Grundthese, dass alles in der Welt letztlich eins ist und aus dem selben Grundstoff stammt - Mensch und Tier. Dass die Tier-Gehege „Logen“ genannt wurden, ist auch bezeichnend. Nicht nur, weil die freimaurerischen Orte der Zusammenkunft „Logen“ hießen - auch jene zur Bühne hin offenen Räume, die damals in den barocken Hoftheatern entstanden sind, heißen so. Es wurde hier also nicht nur dem Menschen die Möglichkeit gegeben, die Tiere zu beobachten, sondern auch umgekehrt - das Tier sollte den Menschen beobachten. Ein Aufruf zum Rollentausch, der Franz Stephans hohe Wertschätzung seinen Mitgeschöpfen gegen-über ausdrückt. Auch die Tatsache, dass jene damals gebauten Tierlogen in ihrer Größe den heutigen Ansprüchen der Tierhaltung absolut gerecht werden (im Gegensatz zu später gebauten Anlagen, die immer wieder umgebaut oder überhaupt aufgelassen wurden) beweist: Bei alledem hat sich der Franzl Einiges gedacht - er bemühte sich auch um das Wohl der Tiere. Behauptet Kunze. Bei meinem nächsten Schönbrunn-Besuch werde ich mir das noch mal ganz genau anschauen!

Kabbala, Astrologie und Feng Shui
Was den Autor Gerhard Kunze am meisten beschäftigt und fasziniert, und worüber er sich in seinem oben genannten Buch heftigst ergießt, ist die Zahlenmagie, die dem ganzen Menagerie-Projekt eingebaut wurde. Hier nur einige Fakten, die das Ausmaß der kaiserlichen Hintergedanken andeuten sollen (siehe Skizzen):

• Im Kreis um einen Pavillon wurden 12 Logen für die Tiere eingerichtet - genauso viele, wie es Tierkreiszeichen in der Astrologie gibt.

• Der Kreis mit Mittel-Punkt ist ein rosenkreuzerisches Symbol für Kaisermacht, das Bild der schöpferischen Mitte, die allem in der Umgebung Sinn gibt, die Mitte des Universums.

• Der Pavillon in der Mitte ist achteckig (8 = Zeichen des ewigen Kreislaufs, Symbol der Macht, Sinnbild der Weihe, Rettungs- und Glückszahl - auch die meisten Taufbecken von damals sind achteckig!).

• Der Pavillon steht auf einem quadratischen Sockel (die 4 Elemente - nebst den 4 Tugenden Platons, die an den Türen zum Pavillon als Köpfe dargestellt sind: Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit).

• An dessen Ecken führen neunstufige Treppen empor (9 = im Kabbala die magische Zahl für Vollendung und Klugheit).

• Ins Zentrum der Menagerie gelangte man über drei Alleen,

• im Grundriss ergeben diese ein Dreieck (Symbol für die Verbindung von corpus/Körper - anima/Seele - spiritus/Geist), an dessen Spitze sich der Pavillon des Kaisers befindet (in dessen Deckengemälde wiederum der „Stein der Weisen“ abgebildet ist).

Derartige energetische Zusammenhänge gibt es an dem Platz noch viel mehr - was nicht nur mit des Kaisers Interesse an kabbalistischer Zahlenmagie und astrologischen Berechnungen zusammenhängt. Man lese und staune: schon damals gab es Kontakte mit chinesischen Feng Shui-Experten, die bei der Planung solcher Projekte zu Rate gezogen wurden! Die Perfektion der architektonischen Berechnungen wird einem erst zur Gänze im Gesamtplan des Schönbrunner Schlossparks bewusst, welchen der Hofgärtner Franz Boos im Jahre 1780 anfertigte: „…dem Betrachter offenbart sich ein mystischer Schaltplan, eine Startrampe zu geistigen Höhenflügen und verborgenem Wissen, ein Landeplatz für den göttlichen Funken - mit der Menagerie als Leitstelle.“ , schwärmt Gerhard Kunze. Zu Recht!?

Energetische Zusammenhänge
Überfliegen wir die nächsten Jahrzehnte in der Geschichte des Tiergartens im Eiltempo, begegnet uns auch immer wieder die heilige Zahl Sieben: Das erste Jahr, in dem die Bevölkerung (bei freiem Eintritt übrigens) die Menagerie besichtigen durfte, war 1779 (7+9=16=1+6=7). Auch der Zeitraum von 1921 (jenem Jahr, in dem der Tiergarten Schönbrunn aufgelassen werden sollte) bis zur endgültigen Rettung durch die Umwandlung in eine eigene Verwaltungsform im Jahr 1991 dauerte 70 Jahre (7+0=7). Das Gesetz dafür besteht aus sieben Paragrafen. Und wenn Helmut Pechlaner, der 16. Tiergartendirektor (1+6=7) seit der Gründung, sein großartiges Reformwerk heuer mit der Eröffnung des neuen Regenwaldhauses abschließt, wird der Tiergarten 250 Jahre alt (2+5+0=7). Die heilige Zahl zieht sich also durch die ganze Geschichte des Tiergartens. Was ihn trotzdem nicht davor bewahrte, schwierige Zeiten zu durchleben, halb zu verfallen, fast schon geschlossen zu werden - wozu die verstaatlichte Bürokratie sicherlich einen wesentlichen Beitrag leistete. Lange Jahre war keiner da, der sich mit dem Projekt identifizieren konnte. Niemand war zuständig.
Ein typisch österreichisches Phänomen…

Wind der Erneuerung
Womit wir beim heutigen Stand der Dinge angelangt wären. Und bei Helmut Pechlaner, der wohl in die Geschichte Österreichs eingehen wird. Vor zehn Jahren hat der Tiroler und promovierte Tierarzt die Leitung des ältesten Zoos der Welt übernommen - mit der Aufgabe, eine völlig herunter-gekomme Anlage sowohl baulich als auch wirtschaftlich wieder auf solide Beine zu stellen. Dabei legte der Mann ein Tempo vor, das die ehemalige kaiserliche Menagerie wohl seit ihren Gründungstagen nicht mehr erlebt hat. Gleich in seinen ersten Arbeitstagen wurden 80 Tonnen Sperrmüll aller Art weggeschafft, man montierte unnötige Zwischengitter in den Gehegen ab, um den Tieren einen größeren Auslauf zu verschaffen, Gitter, Türen, Parkbänke und Hauswände wurden restauriert und neu gestrichen… „Ich bemühe mich, mit dem Kopf des Tieres zu denken und mir vorzustellen, was es für Wünsche und Beschwerden hat. Schönbrunn soll ein Zoo der glücklichen Tiere sein!“, verlautbarte Pechlaner und veranlasste viele kleine Veränderungen, die überhaupt keine zusätzlichen Kosten verursachten, aber die Lebensqualität der Tiere erheblich steigerten. Zum Beispiel das Verwenden von verschiedenem Einstreugut (in präpechlanerschen Zeiten nur Einheits-Sägemehl). Heute wohnen die Tiere artgerecht auf Baumrinden, Stroh, Heu oder Erde. Die Bären etwa konnten nach jahrelangem Leben in einer Betonlandschaft erstmals erleben wie es ist, in der Erde zu wühlen - wie herrlich! Die Elefanten bekamen ordentliche Kratzbäume. Äste aus der Baumbeschneidung wurden nicht mehr wie früher vom Wiener Gartenamt abtransportiert, sondern den Giraffen, Elefanten und Hirschen ins Gehege gebracht. Die Tiere schälen sie mit Begeisterung ab, reiben sich daran und freuen sich an der abwechslungsreichen Futterergänzung.
Für jede Tiergruppe wurden wissenschaftliche Kuratoren und ein ständiger wissenschaftlicher Fachbeirat (bestehend aus österreichischen und internationalen Experten) bestellt. Die Tierpfleger gingen zum Erfahrungsaustausch in ausländische Zoos, im Gegenzug wurden Fachleute nach Wien geholt. Undsoweiterundsofort.

Rosige Zukunft
Zweifelsohne ist der „magische Zoodirektor“ auch ein PR-Talent. Der gute Mann verpasste der wirtschaftlichen Lage des Zoos einen gehörigen Schubser: Waren es vor zehn Jahren jährlich 720.000 Menschen, die Eintrittsgeld für den Tiergarten Schönbrunn bezahlten, konnten Pechlaner und sein Team (das er nicht müde wird zu loben) im Jahr 2000 1,6 Millionen Tickets verkaufen! Der Zoo ist somit Österreichs Besuchermagnet Nummer eins. Aber auch in wissenschaftlichen Kreisen gilt Schönbrunn Dank Helmut Pechlaner als innovativer Vorzeigebetrieb. Insgesamt drei wissenschaftliche Kongresse werden heuer in Schönbrunn abgehalten. Im August zum Beispiel jener der „World Zoo Organisation“, der weltweit größten Plattform für Tiergärten und Aquarien.

Und die Tiere?
Wo aber liegt nun wirklich der Sinn des Ganzen? Noch gar nicht lange her, dass meine innere Antwort auf diese Frage ein aus den Tiefen meines Bauches aufsteigender, „heiliger“ Zorn war - es kann doch wohl keinen Sinn haben, Tiere einzusperren und sie ihres natürlichen Lebensraums völlig zu berauben…!? Ich bin keine eifrige Tiergartenbesucherin, auch bin ich keinesfalls Fachfrau in Tierfragen. Aber mein laienhaftes Interesse für unsere Mitgeschöpfe, meine letzten Tierparkbesuche in Schönbrunn und Grünau im Almtal und auch einige interessante Universum-Beiträge haben mich schon zum Umdenken gebracht. Ich erkannte: Die Tiere werden heute gar nicht mehr nur als Vorzeigeobjekte gesehen! In den meisten Zoos geht es viel um artgerechte Haltung, um das Kennenlernen und Erforschen, um das Erhalten einer Art in geschütztem Rahmen. Immer öfter hört man von Projekten, in denen fast schon ausgestorbene Tiere wieder in die Natur entlassen werden können - weil man es im Zoo geschafft hat, eine neue Population aufzubauen. Und dass sich der neue österreichische „Tier-Guru“ auch um den Artenschutz in freier Natur einsetzt, weiß mittlerweile jeder, der in letzter Zeit die Fernseh-Dokus der Universum-Reihe verfolgt. Da sieht man in regelmäßigen Abständen Pechlaner bei den Tigern in Indien, Pechlaner bei den Nashörnern in Afrika, Pechlaner in Steppen, Dschungeln, Regenwäldern und in Zusammenarbeit mit einheimischen Wissenschaftlern und Naturschutzparkbetreuern… Ein engagierter persönlicher Einsatz, der zeigt, dass es dem Mann wirklich um’s Wohl des Ganzen geht. Ein Einsatz für die Tierwelt, der ihm - und das muss ich einfach noch erwähnen, einfach weil ich’s spannend finde - im Blut liegt. Seine Urgroßmutter nämlich war die Anna Stainer-Knittel (1841-1915) - jene Frau, die sich als junges Mädchen im Tiroler Lechtal zweimal über eine hohe Felswand abseilen ließ, um junge Adler aus dem Horst zu bergen. Sie wären sonst hilflos verhungert, weil Schafzüchter aus Angst um ihre Lämmer die Elterntiere abgeschossen hatten. Eine halsbrecherische Tat, die später als Vorbild für den mehrfach verfilmten Film „Die Geier Wally“ Berühmtheit erlangte.
Der Urenkel von der Geier-Wally gab also den Anstoß zu einem ordentlichen Umdenken im österreichischen Tierschutzverhalten.
Franzl schau oba! Der alte Kaiser - Gott hab ihn selig - hätt sicherlich seine Freud daran!

Eva Schreuer
Jg 1960, Mutter von 2 Töchtern (14 & 17) und 1 Sohn (10), ausgebildete Hebamme, seit 6 Jahren ist sie „die WEGE-Redaktion“. http://www.wege.at

 

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