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SHAOLIN KUNG FU

...ist eine chinesische Kampfkunst mit 1500-jähriger Tradition, die auf den indischen Mönch Bodhidharma (Chinesisch „Damo“) zurückgeht, der zugleich als Begründer des Chan (Zen) Buddhismus gilt.

Shaolin Kung Fu wird aufgrund seines weitreichenden Einflusses oft als die „Mutter der Kampfkünste“ bezeichnet. Dabei ist es viel mehr als nur ein effektives System der Selbstverteidigung! Es ist eine Art der Bewegungsmeditation, ebenso wie auch Qi Gong und Tai Chi.
Nicht einen äußeren Feind zu bezwingen steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern die Selbstkultivierung. Die zentrale Tugend der Shaolin, wie überhaupt aller Buddhisten, ist die Barmherzigkeit. Der wahre Kämpfer hat ein friedvolles Herz, er ist voll Mitgefühl und Respekt allem Leben gegenüber; Selbstbeherrschung und Bescheidenheit zeichnen ihn aus.

Shaolin Kung Fu dient der Stärkung des Körpers und des Geistes. Die Praktizierenden werden beweglicher und stärker, widerstandsfähiger und energiegeladener, dabei gleichzeitig ruhiger und ausgeglichener.
Gemäß dem Yin-Yang-Prinzip sollte innere Ruhe die Basis jeder Bewegung sein, denn erst wenn der Geist zur Ruhe gekommen ist, kann sich die Bewegung ungestört entfalten. Genauso gilt dass Gedanke und Bewegung in Harmonie sein müssen, damit die Kraft fließen kann. Durch regelmäßiges Shaolin-Kung-Fu-Training werden Yin und Yang in Einklang gebracht, die Fünf Elemente harmonisiert, die Immunabwehr gestärkt, sowie der Qi- (Energie-) Fluss aktiviert und reguliert.

Als Kampfkunstsystem kennt das Shaolin Kung Fu eine Vielzahl an Angriffs- und Verteidigungstechniken. Überliefert wurden und werden diese in Form von sogenannten „Taolu“, das sind Bewegungsabläufe, die oft wie choreografierte Kämpfe gegen einen unsichtbaren Feind aussehen und die auf Deutsch als „Formen“ bezeichnet werden. 
Das Shaolin Kung Fu kennt Hunderte solcher Formen, sowohl Faustformen als auch Waffenformen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Bewegungen folgen nicht nur den Gesetzen der menschlichen Motorik, sondern gleichzeitig auch dem Yin-Yang-Prinzip, das die Harmonie der Gegensätze repräsentiert, wie zum Beispiel Form und Geist, Äußeres und Inneres, Bewegung und Ruhe, Härte und Weichheit, Vorstoßen und Rückzug, Angriff und Verteidigung.

Die Künste der Shaolin galten lange Zeit als geheim und waren nur wenigen Menschen zugänglich. Heutzutage gibt es in zahlreichen Ländern außerhalb Chinas, auch im deutschsprachigen Raum, Ableger des Shaolin Tempels und damit die Möglichkeit, authentisches Shaolin Kung Fu zu erlernen.

Eine Kung-Fu-Stunde gliedert sich für gewöhnlich in folgende Teile: Aufwärmen, Dehnen, Basisübungen und Formentraining. Es wird auf Achtsamkeit dem Körper gegenüber Wert gelegt. Die Schüler sollen gefordert aber nicht überfordert werden. Nur so kann die Verletzungsgefahr, die jede sportliche Betätigung mit sich bringt, minimiert werden. 
Sparring (Zweikampf) ist nicht Teil des traditionellen Kung-Fu-Trainings. Für Sparring-Interessierte bieten viele Shaolin-Tempel-Kulturzentren eigene Klassen in Sanda (Sanshou) an, dabei handelt es sich um einen modernen chinesischen Wettkampfsport.
In den offiziellen Shaolin-Tempel-Kulturzentren wird die Shaolin-Kultur in ihrer ganzen Bandbreite vermittelt, was bedeutet, dass es auch Kurse in Qi Gong, Tai Chi, sowie Meditation und Buddhistische Zeremonien gibt.
Shaolin Kung Fu ist für Kinder, Jugendliche, sowie sportliche Frauen und Männer aller Altersstufen geeignet. Eine buddhistische Religionszugehörigkeit ist nicht erforderlich.

Verfasser: Shaolin Tempel Österreich, Bacherplatz 10/3, 1050 Wien, www.shaolinkultur.at

 

 

 
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