Meditation ist ein Weg zu sich selbst zu seinem
Selbst - leider hat Meditation einen schalen Beigeschmack der
Weltflucht und Entsagung. Dieses Bild möchte ich etwas zurechtrücken
und sagen, dass Meditation unseren Handlungsspielraum erweitert
das Bewusstsein schult und Möglichkeiten erschafft. Meditation
ist eine Möglichkeit der inneren und äußeren Raumerweiterung,
welches sich in allen Lebenslagen auswirken vermag. Nun Meditation
ist nicht das Versunkensein in sich, weltfremd und abgehoben in
einem Kämmerlein oder am Himalaya, es ist auch nicht nicht
Entrückung und Verzückung in Extase, sondern es ist
die Präsenz des Augenblickes.
Das reale Erleben des Augenblickes - in dieser Hinsicht ist Meditation
sehr unspektakulär, jedoch von einem energetischen, aufbauendem
Feld getragen. Das größte Problem unserer Zeit ist
der Stress - was bedeutet nun Stress - es ist die vielfache Beschäftigung
mit mehr als einer Sache - Zeitdruck, Erledigungen, Arbeitspensum
usw. wird in den Vordergrund gestellt. Alles muss zuerst erledigt
sein, bevor man sich seiner selbst gewahr wird. Das ist das größte
Problem. Die Hetze von einer Aufgabe in die andere , ohne Kontakt
zu sich im Inneren. Meditation schafft die Verbindung zwischen
innerem Erleben und äußeren Handlungen. Daher ist die
Meditation das Heilwerkzeug unserer Zeit.
Stellen Sie sich vor....ihr ganzer Tag ist geprägt von Tätigkeiten
und Handlungen, die zu tun sind, und stellen sie sich vor, dass
bei allen diesen Tätigkeiten, die zu tun sind, sie Selbst
im Mittelpunkt stehen. Ihre Präsenz und Ausstrahlung , Ihr
Frieden wird den Menschen um Sie herum auffallen und sie werden
sie fragen, warum Sie so blendend aussehen, so glücklich
wirken, so ausgeglichen sind....! Dies ist das Potenzial der Meditation
- sie bietet einen Raum im Selbst - eine Verankerung in der eigenen
Mitte - Körperlich gesehen ist der Unterbauch unsere Mitte
und auch unsere Kraftzentrale.
Meditation ist Entspannung und Spannung gleichermaßen -
es ist der Weg zurück in den natürlichen Spannungstonus.
Einerseits entspannt und andererseits hellwach, um sofort eine
Handlung setzen zu können. Die Regulation des Tonus obliegt
weitgehend dem vegetativen Nervensystem . Wird der Parasympathikus
aktiviert kehren Ruhe und Gleichmäßigkeit der rhythmischen
Vorgänge ein (Puls, Atmung, usw.) Der sonst so aktive Sympathikus
kann sich erholen unser Nervensystem kann sich wieder aufladen.
Nun werden Sie sich fragen, wie mache ich Meditation in meinem
hektischen Alltag - wie soll das funktionieren????
Eine Möglichkeit ist Selbstbeobachtung. Die bewusste, fühlende
Verbindung zur eigenen Befindlichkeit als Ausgangspunkt. Osho
sagt: Meditation. ist Beobachtung und er meint damit, sich selbst
aus einer neutralen Haltung zu beobachten. Es entsteht dadurch
eine gewisse Distanz zu den eigenen Emotionen und Gedanken. Dafür
ist es aber notwendig im Vorfeld über die eigene Befindlichkeit
Bescheid zu wissen. Die Aufmerksamkeit, das Bewusstsein auf seinen
Körper, auf die Emotionen, sowie auch auf seine Gedankenstruktur
zu lenken. Bei dieser Übung werden Sie eine individuelle
Matrix ihres Fühlens und strategischen Denkens entdecken.
Dies sind die Programme und Erfahrungsschätze aus der Vergangenheit,
die in den jetzigen Moment einfließen, und diesen beeinflussen.
Die Distanz des Beobachtens schafft einen neutraleren Raum zwischen
den Befindlichkeiten und der Reaktion darauf.
Neutral zu beobachten bedeutet nicht , dass der Kontakt zu sich
selbst verloren geht, sondern vielmehr der identifizierte Kontakt
zu sich selbst neutralisiert wird. Das Selbst bekommt mehr Raum
. Dies ist auch der Beginn für den Kontakt mit dem Hohen
Selbst - dh. die innere Stimme hat die Möglichkeit lauter
zu werden - wir können sie hören...
Wenn nun Osho sagt: Meditation ist Beobachtung
Aus dieser Beobachtung folgt noch ein weiterer Schritt: Zuerst
beobachten und spüren Sie sich dann begeben Sie sich in die
neutrale Haltung des Beobachtens und daraus entsteht wieder ein
neuer Raum - ein Drittes - der Raum zwischen dem Ich und dem Selbst.
Die neutrale Beobachtung ist die erste Instanz des Selbst - das
Bewusstsein hat eine Distanz zum Ego erschaffen . Die Ausdehnung
dieses Raumes ist das Ziel der Meditation - sodaß sich der
Raum im Inneren vergrößert und ausdehnt, über
die Grenzen des Körpers, der Emotionen und Gedanken hinaus.
Dieser Raum ist das Potenzial - der Raum aller Möglichkeiten,
oder auch Stille oder Leere oder Seelenraum usw. Es ist die Ausdehnung
des Bewusstseins auf den Moment, frei von Vergangenheit und Zukunft
- dh. frei Projektion - ist reine Meditation. Sie ist nichts besonders
- sie ist - und sie schafft Raum.
Durch das Resonanzprinzip, welches besagt, dass sich gleiches
anzieht, wird sich auch im äußeren Leben mehr Raum,
bzw. mehr Möglichkeiten für ein "gutes" Leben
einstellen. Es wirkt dann magisch auf uns, wenn sich der Fluß
des Lebens ausbreitet und ohne unser Wollen oder Sollen einen
Weg zeigt.
Wie alles im menschlichen Leben, braucht es der Aufmerksamkeit
und der Übung, dass uns Meditation passieren kann, denn man
kann sie nicht machen, sondern nur die Umstände erschaffen,
dass Meditation = Präsenz im Augenblick , möglich ist.
Das Hohe Selbst hat seinen Raum bekommen und wir können den
Kontakt aufnehmen.
Gelingt es uns nun - durch Meditation - den Kontakt zu unserem
Ursprung - der Ursprung aller Energie (und Gesundheit) herzustellen,
so aktivieren wir diese Qualität und geben nun dieser Energie
des Ursprungs mehr Raum. Das HS beleuchtet Probleme oder Ängste
, die aus dem Ego stammen, in einer umfassenderen Art und Weise.
Das HS erkennt Ursachen und führt in eine stille, annehmende
Qualität des Seins und auch der Probleme. Heilung passiert
durch Transformation des Ego`s , sei es nun im Körper, emotional
oder mental, durch die annehmende, liebevolle Qualität des
HS.
Meditation schafft die Verbindung zum HS, welches uns - wenn
wir es zulassen - führt und leitet in einer großzügigen
Art und Weise. Die Aussicht ist, ein in sich stilles, aber im
Außen ereignisreiches Leben, welches durchaus sehr wild
oder lebendig gestaltet ist und dennoch im Selbst ruht. Das Bewusstsein
hat sich vom Beobachter zum Beobachtenden ausgedehnt.
Buchtipps:
"Schritte der Achtsamkeit" von Thich Nhat Hanh Verlag
Herder Spektrum ISBN 3-451-04890-6
"Einverstanden Sein" von Shalila Sharamon und Bodo J.
Baginksi Verlag Windpferd ISBN 3-89385-086-4
""Bewusstsein" von Osho, Verlag Heyne ISBN 3-453-86884-6
"Meditationsführer" von Ohso Verlag Goldmann ISBN
3-442-21609-5