Nordic Walking hat seine Wurzeln im Skilanglauf, als Ursprungsland
kann man Finnland annehmen. 1992 kam es als "Pole Walking"
in den USA auf und wurde 1997 als eigene Bewegungsform definiert.
2001 wurde die INWA - International Nordic Walking Association
- gegründet, 2002 folgte dann die ANWA - Austrian Nordic
Walking Association - und 2003 die NWO - Nordic Walking Organisation.
Es ist also eine relativ junge Sportart, die in Österreich
derzeit boomt. Nach Finnland gehen in unserer Heimat die relativ
meisten Menschen mit den Nordic Walking Stöcken - noch weit
vor Deutschland.
Nordic Walking wird mittlerweile auch als therapeutische oder
posttherapeutische Maßnahme eingesetzt und ist eine Sportart,
die für jeden etwas bietet. Und das mit relativ geringem
Materialeinsatz.
Eine leicht zu erlernende, günstige und ideale Art der Fortbewegung.
Studie von Hendrickson (1993 - 1997):
Es wurde an 16 körperlich gesunden und jungen Frauen und
Männern untersucht, wie sich das Gehen mit den Stöcken
auf die Sauerstoffaufnahme, den Kalorienverbrauch und die Herzfrequenz
auswirkt. Als Vergleichssportart wurde Walken (forciertes Gehen
mit eingeschränkter Oberkörperbewegung) gewählt.
Fazit: bezüglich der Geschwindigkeit konnte kein signifikanter
Unterschied festgestellt werden, in beiden Bewegungsformen erreichten
die Probanden 6 bis 7,5 km/h. Jedoch konnte durch den Einsatz
der NW-Stöcke die Sauerstoffaufnahme, die Herzfrequenz und
der Kalorienverbrauch um durchschnittlich 20 % gesteigert werden.
Karvonen (2000): Schulter- und Nackenschmerzen - untersucht an
Büroangestellten.
16 Büroangestellte (Alter 50) trainierten 10 Wochen lang
zwei Mal wöchentlich 60 Minuten - Ergebnis: wesentliche Reduktion
der Schmerzen und Verspannungen im Nacken-Schulterbereich, sowie
eine Verbesserung der Mobilität des Oberkörpers.
Weitere Studien von Antilla/Holopainen/Jokinen (1999) konnten
dieses Ergebnis bestätigen.
Das Herz-Kreislauf-System wird bei Nordic Walking mehr beansprucht
als beim Walken. Nordic Walking ist physiologisch anstrengender
als man zunächst meint.
Mit Nordic Walking kann man bei geringer Geschwindigkeit, kürzerer
Distanz und bei relativ geringem Zeitaufwand die Fitness verbessern.
Nordic Walking wirkt sich natürlich auch bei depressiven
Verstimmungen positiv aus. Das Selbstwertgefühl steigt, die
Stresstoleranz wird erhöht, das Aktivitätsniveau steigt
und Nordic Walking ist eine wirksame Hilfe gegen Einsamkeit.
Gesundheitsaspekte: Nordic Walking aktiviert und trainiert ca.
99 % der gesamten Muskulatur (davon 9 % beim Plaudern und Lachen),
ist 45 % effektiver als Walken ohne Stöcke, es steigert den
Kalorienverbrauch um 20 %, es verbessert die Herz-Kreislauf-Leistung,
trainiert die aerobe Ausdauer, löst Muskelverspannungen,
beugt Rückenschmerzen vor, ist ein optimales Training zur
Gewichtsreduktion, ist ein optimales Training zur Rehabilitation
nach Sportverletzungen, steigert durch den aktiven Einsatz der
Atemhilfsmuskulatur die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus,
ist weniger anstrengend als Jogging und es verbessert die Koordination.
Bei Nordic Walking fehlt die Flugphase (die beim Joggen vorhanden
ist) und ein großer Teil der Belastung wird auf die Stöcke
übertragen. Daher kann man Nordic Walking als gelenksschonend
(bessere Gelenksschmierung, Ernährung der Gelenksknorpel)
bezeichnen.
Nordic Walking ist somit auch für Personen geeignet, die
Übergewicht haben und von orthopädischen Problemen (Knie-,
Hüft-, Rückenbeschwerden) geplagt werde. Sehnen und
Bänder werden belastbarer und die Knochendichte wird erhöht.
Nordic Walking ist leicht erlernbar, da es eine natürliche
Bewegungsform ist. Es stellt jedoch auch eine Herausforderung
bezüglich koordinativer Fähigkeiten dar.
Nordic Walking vermittelt auf Grund der Stöcke Sicherheit
beim Gehen, womit es auch für SeniorInnen ein geeigneter
Sport ist.
Nordic Walking ist prinzipiell von der Jahreszeit unabhängig
zu betreiben.
Für Nordic Walking braucht man kein eigenes "Übungsgelände",
im Gegenteil, es beginnt vor der Haustür.
Nordic Walking ist ein relativ günstiger Sport, wenn man
als Beispiel den Skisport oder jeden Schlagsport (Tennis, Badminton,
Squash) heranzieht.
Nordic Walking ist auch ein abwechslungsreicher Sport - durch
Spiele, Übungen oder Intervalltraining werden die Einheiten
anspruchsvoller. Und Nordic Walking ist ein kommunikativer Sport:
es darf und soll geplaudert werden, es soll gelacht werden und
du sollst Spaß haben.
Durch das Bewegen in der Natur, in der Sonne, mit netten Menschen,
unter Gleichgesinnten wirkt Nordic Walking auch entspannend!
Buchtipp: Kreuzriegler/Gollner/Fichtner: Das ist Nordic
Walking, Urban & Fischer Verlag