Die EU kümmert sich um bessere Zahnmedizin

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Die EU kümmert sich um bessere Zahnmedizin Artikel

Zahnheilkunde

Zahnbehandlungen sind meist eine komplexe Angelegenheit. Medizinische, chirurgische und administrative Fragestellungen überlagern oft die psychologisch-kommunikative Themen. Durch die Bewegung der Medizin von der notfallorientierten "Kriegsmedizin" zur „qualitiy of life“-fokussierten "Friedensmedizin"  gewinnt der Kommunikationsaspekt immer mehr an Bedeutung!

Gar nicht so wenige PatientInnen sind, teils auf Grund von üblen Vorerfahrungen, persönlichen Eigenheiten und Umweltfaktoren, sehr misstrauisch, wenn es darum geht, dass in Ihrem mündlichen Intimbereich - oft schmerzverbunden - gearbeitet werden soll.


Die fachmedizinische Ausbildung von ZahnmedizinerInnen in Europa ist durchwegs sehr gut, doch die kommunikative und praktische Aus- und Fortbildung der Dentisten ist - je nach Land - offensichtlich verbesserungswürdig.


Vier in Europa auf Kommunikationskompetenz spezialisierte Zentren in Griechenland, Österreich, Polen und Rumänien wurden von der EU für ein gemeinsames Projekt ausgewählt. In Österreich wurde das ÖTZ-NLP&NLPt (www.nlpzentrum.at) wegen seiner hohen Qualitätsstandards einbezogen.


Umfangreiche Infos zum Projekt sind unter www.comdent.co öffentlich sichtbar.


Die europäischen Teams erforschten in mehreren Befragungsrunden ZahnpatientInnen und ZahnärztInnen und brachten teils erstaunliches zu Tage.


Mehr als 70% der Befragten hatten schon einmal Angst während eines Zahnarztbesuches, in mehr als der Hälfte dieser Fälle konnte der Zahnarzt aus Sicht der Patienten/innen nicht mit der Angst umgehen. 60% der befragten Patienten/innen sehen eine gute Kommunikationsausbildung als die Lösung für diese Problematik. Auf die Frage „Was war Ihre schlimmste Zahnarzterfahrung“ antworteten die Befragten u.a. „starke Schmerzen und mehrere Zähnen mussten aufgebohrt werden bevor der richtige gefunden wurde“ sowie „der Zahnarzt hat gedroht mir eine runter zu hauen, weil ich Angst vor der Behandlung hatte (ich war damals 6 Jahre alt)“.

 

Die ZahnärztInnen selbst erachten u.a. die Fähigkeit Angst-/StresspatientenInnen zu beruhigen sowie dem/der PatientenIn zuzuhören und auf die jeweiligen Bedürfnisse und Erwartungen einzugehen als sehr wichtig.


Als nächster Schritt werden für ZahnärztInnen Fortbildungen zur Verbesserung Ihrer Kommunikationskompetenz angeboten, die sich u.a. mit dem Aufbau des Vertrauens zwischen ÄrztIn und PatientIn, aktualisierter Sprachkompetenz  inklusive tranceorientierter Strukturen, Compliance und Umgang mit ängstlichen PatientInnen beschäftigen werden.

Ein Artikel von Mag. Peter Schütz, M.Sc. MBA

Mag. Peter Schütz, M.Sc. MBA

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