Nahrungsmittelskandale und Weiterbildung

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Gesund durchs Leben

Appetit auf billiges Essen – nach dem Motto Geiz ist geil, kombiniert mit einer Portion Bequemlichkeit führen zur Lasagne zum Spottpreis, Pastasauce um ein paar Cent, das Fleisch – abgepackt als Diskontschnäppchen.

 Was haben Nahrungsmittelskandale mit Weiterbildung zu tun

Mehr als man sich vorstellen kann.

Es scheint, als wäre die „Geiz ist geil“-Gesellschaft mit Hang zur bequemen Husch-Husch-Fertigware selbst schuld an den wiederkehrenden Lebensmittelmiseren.

Doch nicht nur wenn es ums Essen geht sehnen sich Konsumenten nach der billigen und schnellen eierlegenden Wollmilchsau. Der Trend ist auch am Bildungsmarkt spürbar. Billig-Fertiggericht ab ins Rohr, Fernlehrvideo in den DVD Player oder Computer. Beides „schmeckt“ etwas seltsam. Von einem kulinarischem bzw. intellektuellem Hochgenuss weit entfernt.
 

Mangelndes Verständnis

Die vorportionierte Zwei-Euro-Lasagne aus dem Diskonter ist völlig losgelöst vom Verständnis, was es für eine Lasagne an Zutaten braucht, wie lange diese dauert, woher dieses Gericht kommt und dass eine Lasagne frisch nie nur für eine Person gemacht werden würde. Sondern immer, um mehrere Menschen rund um einen Tisch satt und zufrieden zu machen.

Das „Learn at Home-Video“ mit allgemeinen, aus Büchern heruntergelesenen oder mehr schlecht als recht frei gesprochenen Erklärungen wird mit toller Werbung zum super Diskont-Preis angeboten. Interessant besonders dann, wenn es um die Vermittlung von gesundheitsrelevanten Themen geht. Auch hier scheint es niemanden zu interessieren, welche Zutaten man für einen gelungenen Unterricht und für einen daraus resultierenden Lernerfolg benötigt, woher Referenten und Informationen stammen. Welche Qualifikation und welches Erfahrungswissen Vortragende mitbringen. Egal, wie aktuell das Wissen aus der Konserve ist, egal ob der oder die Abgefilmte zu begeistern vermag oder nicht. Eines fehlt bei dieser Art zu Lernen ganz gewiss: Die Interaktion, der ständige Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden und der überspringende Funke. Ganz abgesehen von der notwenige Korrektur und Hilfestellung. Aber es ist Bequem und günstig – so wie die Zwei-Euro-Lasagne… – dafür vielleicht etwas geschmacklos.

Und nun stelle man sich vor, Frau Wurst sitzt vor Ihrem Fernseher und „lernt“ Wirbelsäulengymnastik oder Yoga und steckt sich dabei gerade, etwas unkontrolliert, ein riesen Stück Fertigpizza in den Mund. Was fällt einem dazu noch ein? Wenig. Prost Mahlzeit!
Wie man trotzdem „gute Ware“, Wissen – Qualität und Kompetenz bekommt? Durch Information und Erfahrung. Jeder kann sich besser informieren und Informationen einfordern. Das geht heute einfacher als je zuvor. Nur so ist man gefeit vor so manchem Schrott, der einem dann schwer im Magen liegt.

Mit freundlichen Grüßen

Dir. Johannes Kainberger, MBA MPA
Präsident des österreichischen Gesundheits- und Sozialforums
Vorsitzender des österreichischen Dachverbandes für neue Gesundheits- und Sozialberufe

Ein Artikel von Dir. Johannes Kainberger

Dir. Johannes Kainberger


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