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Tibetische Medizin Artikel

Heilprozesse in Tibet

Die Tibetische Medizin basiert auf dem Ayurveda System, dem Buddhismus und der östlichen Astrologie. Sie ist wie die Chinesische und die Ayurvedische ein ganzheitliches System, in dem Körper, Geist und Seele gleichsam beachtet und in den Heilprozess miteinbezogen werden.

 

 

 

 

 

Tibetische Medizin und Buddhismus

Die tibetische Medizin ist eng mit dem Buddhismus verknüpft. Sie war von Anfang an ein integraler Bestandteil des Buddhismus. In alten Texten wird der Ursprung der tibetischen Medizin wie ein Märchen beschrieben:

Eines Tages gewahrte Prinz Siddharta, der ein von Menschen abgeschottetes Leben führte, den Anblick eines alten Menschen, eines kranken Menschen und eines Beerdigungsumzuges. Er war dadurch dermaßen geschockt, dass er sein abgeschiedenes Leben aufgab und sich auf die Suche nach dem Ursprung allen Leidens machte. Nach langen Jahren der Suche erlangte er den Zustand der Erleuchtung. So wurde aus ihm Buddha, der Erwachte, der seine Erkenntnisse an seine Schüler weitergab. Die Essenz seiner Erkenntnisse wird als ‚die vier edlen Wahrheiten' bezeichnet.

Astrologie und tibetische Medizin

Tibetische Astrologie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entstehung des Universums, der Position der Planeten, der fünf Elemente und chronologischer Abläufe. Um ein qualifizierter tibetischer Astrologe zu werden, muss man fünf Jahre studieren.
Zu den Haupttätigkeiten eines Astrologen gehört, neben Beratungstätigkeit, die Erstellung medizinischer Horoskope und Amulette,
das Durchführen von Berechnungen, die ähnlich unserer Astrologie und dem Feng Shui bei Hochzeiten, Eröffnung von Büros,
vor Reiseantritt oder dergleichen zur Anwendung kommen.
Leider gibt es so gut wie keine englische Übersetzung bzw. Literatur, die sich umfassend mit dem Thema tibetischer Astrologie auseinandersetzen.

Drei Hauptformen der Erkrankungen

Ähnlich der ayurvedischen Medizin gibt es auch bei der tibetischen drei Hauptformen der Erkrankungen: Wind, Galle und Schleim. Über unterschiedliche Diagnosewege (Urindiagnose, Berührung, Befragung) erkennt der Heiler, wo eine Disbalance vorliegt. Dabei wird als Ursprung allen Übels die Unwissenheit angesehen. Die Unwissenheit liegt darin, dass sich der Mensch als von der Umwelt getrenntes Individuum wahrnimmt. Die Begriffe von „Ich“ und „Mein“ führen zur Entstehung der drei Geistesgifte, die zu Wind, Galle und Schleim führen.

Die Krankheiten werden eingeteilt in oberflächliche Krankheiten, die aus falscher Ernährung oder Verhaltensmustern entstehen und relativ leicht behoben werden können, wenn man Ernährung und/oder Verhaltensmuster ändert.

Eine weitere Möglichkeit sind die Krankheiten, deren Ursache in diesem Leben zu finden ist. Sie resultieren aus Handlungen aus früheren Abschnitten dieses Lebens und können zum Tode führen, wenn sie nicht behandelt werden. Dafür stehen mehrere Heilwege zur Verfügung, wichtig ist dabei auch, dass der Patient die Absicht hat, in Zukunft keine negativen Handlungen mehr durchführen zu wollen.

Schwer heilbare und karmische Krankheiten sind eine weitere Möglichkeit zu erkranken. Die Entstehung dieser Krankheiten basiert auf dem Glauben der Widergeburten und resultieren aus schlechten Handlungen, die in früheren Leben begangen worden sind. Hier hilft nur durch innere Reinigung und verschiedene religiöse Praktiken, das angesammelte negative Karma abzubauen.

Schließlich gibt es nach buddhistischer Auffassung auch unsichtbare Kräfte, die einzelnen Lebewesen Schaden zufügen können. Dies sind Geister, die hinter Krankheiten stecken und diese können nicht ohne Hilfe von religiösen Praktiken, Übungen und Methoden bezwungen werden. Ist der Geist ausgetrieben, ist auch die Krankheit geheilt.

Vier Therapiemöglichkeiten:
Selbstverständlich sind die Ernährung sowie die Verhaltensmaßnahmen auf die tibetische Kultur und die geografische Lage des Landes abgestimmt. Wie bei chinesischer und ayurvedischer Medizin sollte man auch bei der Anwendung der tibetischen Medizin auf die Unterschiede in Klima und Kultur achten und sie seinen Bedürfnissen anpassen.

In der tibetischen Medizin kennt man vier Therapiemöglichkeiten:

* Richtige Ernährung
* Korrektes Verhalten
* Medikamente
* zusätzliche Therapien, z.B. Akupunktur, Moxibustion und Schröpfen.

Die tibetische Medizin bedient sich ebenso der Kräuterrezepturen wie es die ayurvedische und chinesische tun. Es gilt die Annahme (wie auch schon Paracelsus bei uns sagte), dass nichts auf dieser Welt ohne Heilqualitäten existiert.
Der menschliche Organismus besteht aus den gleichen fünf Elementen wie die Natur und steht mit ihr in enger Beziehung. Daher wird nicht nur Kräutermedizin, sondern auch Mineralien und auch in geringer Menge Tierprodukte verwendet. Tibetische Ärzte greifen ausschließlich auf alte und bewährte Mischungen zurück.

Bei der Herstellung der Kräutermedizin wird darauf geachtet, dass die Pflanze an einem sauberen Ort stand, wird der richtige Zeitpunkt der Ernte beachtet, schließlich werden etwaige toxische Bestandteile entfernt, die Pflanze wird getrocknet und in einer Mischung verarbeitet. dabei wird ein Mantra rezitiert, dass die Wirkung der Mischung erhöht:
Täyatha om bekadze bekadze maha bekadze bekadze radza samud gate soha.

 

Buchtipps:

Tibetische Medizin
v. Florian Ploberger
Bacopa Verlag
ISBN 3-901618-17-1

Ein Artikel von Eva Laspas

Eva Laspas




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