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für sich selbst Verantwortung übernehmen Artikel

Als ich mich traute erwachsen zu werden
© Leo

„Sei endlich erwachsen!“ Ich kann mich bestens daran erinnern, was damit gemeint war, wenn Erwachsene diese Anforderung an mich als Kind stellten. In der Regel ging es darum, wenig aufzufallen, das Zimmer in Ordnung zu halten, Hausaufgaben rechtzeitig zu erledigen, die Hose vor Abenteuerlöchern zu verschonen, Hände zu waschen vor dem Essen, Zähne zu putzen vor dem Schlafengehen, nicht allzu viele Fragen zu stellen, am Muttertag ein Gedicht aufzusagen, zu Weihnachten die Blockflöte zu quälen, das Taschengeld zu sparen und wenn wir die Tante besuchten, nie mehr als ein Stück Kuchen zu essen, auch wenn sie dich wangekneifend dazu aufforderte. Das gehörte sich nicht.  Im Grunde ging es um lauter vernünftige Sachen.


Die Erinnerung, dass ich in diesem Sinne nur selten funktionierte, zwingt mir ein spitzbübisches Grinsen ins Gesicht. Ich zählte eher zur Liga der Huckleberry Finns und aus heutiger Sicht finde ich es sowieso als erzieherischen Schwachsinn, ein Kind in Richtung erwachsen sein maßzuregeln. Mit dem liebevollen Zugeständnis, dass es die Großen aus ihren Überzeugungen heraus gut meinten.

Doch wann betritt man die Ebene der Erwachsenen? Sicher nicht in der hormon-gesteuerten Teenagerära, im heftigsten Orientierungsprozess, auf der Suche nach einem Leben ohne Einfluss der Eltern und wohl auch kaum mit den jugendlichen Sturm- und Drangjahren, in denen wir viele Varianten ausprobieren, testen, überdrehen, Grenzen suchen. Also wann dann? Gleich danach? Wann ist gleich danach? Wenn wir uns endlich auf einen seriösen Alltag einpendeln? Mit regelmäßigem Job, Familie gründen, einmal im Jahr Urlaub machen, Raten bezahlen, rund um versichert sein?  Wenn wir unser Leben nach den ganzen Aufregungen auf ein bodenständiges Fundament stellen? Es ist zumindest ein guter Ansatz.

Wir werden oder sind in dem Ausmaß erwachsen, wie wir bereit sind, für unser Leben Verantwortung zu übernehmen.

Meine Erfahrungen zeigten mir auf, dass ich vorwiegend dort heftige Schwierigkeiten hatte, wo ich Verantwortung Großteils ablehnte. Also überall dort, wo ich überzeugt war, dass gewisse Umstände, bestimmte Menschen, eine schwarze Katze oder irgendein Schicksal Schuld an meinen Dramen trugen. Angefangen bei den Eltern, der Kindheit, den Lehrern, Kollegen, Partnerinnen, korrupten Politikern, dem schlechten Wetter... das Feld der Schuldigen ist groß!

In all den Situationen, die ich in diese Überzeugung hüllte, fühlte ich mich machtlos, hilflos und ausgeliefert. Bis sich die Gesetzmäßigkeit von URSACHE und WIRKUNG kompromisslos in mein Bewusstsein schob. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mir diese Sichtweise sofort imponierte. Im Gegenteil. Ich wehrte mich heftig. Schließlich stellte sie mein geliebtes Glaubenssystem provokant auf den Kopf. Andererseits spürte ich gleich, wie Recht sie hatte. Das machte die Gegenwehr nur noch heftiger. Doch es half nichts.

Es wurde schattiger und kühler in meiner Komfortzone und die Drinks bekamen einen bitteren Nachgeschmack. Alte Gewohnheiten loszulassen, brauchte eine Menge Drinks. Also schmiss ich für mein erfahrenes Bedauern und meine Sammlung an rigorosen Schuldzuweisungen eine Abschiedsparty.

Hinterher grübelte ich weiter:

Ich bin IMMER die URSACHE für jede WIRKUNG in meinem Leben? Wie geht das?

Es ist so unfair einfach.

Du bist die Ursache dafür, wie du denkst! Woran du glaubst! Wovon du überzeugt bist! Dafür wer in deinem Bett liegt, deinen Ring trägt, dir dein Gehalt bezahlt!

Du bestimmst deine Freundschaften, deine Ausgrenzungen, deine Wahrheiten! Deine Dankbarkeit, deine Demut. Du bist dafür verantwortlich, ob du deine Verletzungen endlich versöhnst und deine Trauer umarmst und Trennungen respektvoll abschließt. Du bist die Ursache für deine seelische, geistige und körperliche Befindlichkeit! Du bist die Ursache, weil du dich immer entscheiden kannst, weil du die Wahl hast! Du bist also dafür verantwortlich, woran du festhältst und was du loslässt.

Du bist dafür verantwortlich, wohin sich deine Aufmerksamkeit lenkt und wie du über die Welt urteilst! Denn deine Aufmerksamkeit bestimmt die Qualität deiner Werte. Du bist die Ursache für das JA zu deinem Leben, das VIELLEICHT oder das NEIN! Und du bist auch die Ursache für deine Erwartungen, dass dich da draußen jemand liebt, jemand glücklich macht, dir vertraut, dich toll findet, deine Größe erkennt, weil du dir selbst damit schwertust.

Und wie stimmig du als Ursache bist, zeigt die Wirkung, die dir widerfährt.

Denn wo treiben wir uns eigentlich herum, wenn wir uns nicht auf der Erwachsenenebene bewegen? Ganz einfach:  Wenn du wütend bist, streitest, wenn du dich verletzt fühlst, Schuldzuweisungen zuweist und gerne jammerst, dann bewegst du dich auf der Kindheitsebene.

Wenn du hingegen andere gerne belehrst, Meister darin bist, ungefragt Ratschläge zu verteilen und überhaupt deinem Umfeld gerne glauben machst, alles besser zu wissen, mit einem Wikipedia-Tattoo am Steißbein, dann regierst du auf der Elternebene. Alles klar?

Und es gibt natürlich jegliche Arten von Mischformen. Wir müssen auch keinen Schweißausbruch erleiden, wenn wir hin und wieder die Strampelhose überziehen oder den Guru raushängen lassen. Man kann auch in solchen Situationen die Verantwortung übernehmen und schon ist man ein erwachsenes Kind, oder weit weniger gönnerhaft.

ERWACHSEN ZU SEIN bedeutet also, sich als Ursache anzuerkennen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Mit den dazugehörigen Konsequenzen.

Es ist auch die Erkenntnis, dass wir gefordert sind, uns all das selbst zu geben, was wir uns so sehr erhoffen, wonach wir uns sehnen. Denn es heißt SELBSTVERTRAUEN, also sich selbst vertrauen und es heißt SELBSTWERT, also auch selbst den eigenen Wert erkennen und sich den Wert geben, den man haben möchte und damit die Liebe zu sich selbst entwickeln. Die EIGENLIEBE. Das nennt man dann SELBSTBESTIMMT. Sonst bist du fremdbestimmt!

Sich diese Verantwortung anzueignen, ergibt ein erhebendes Lebensgefühl. Wir werden dadurch nicht perfekter und wir dürfen weiterhin in der Sandkiste spielen. Wir dürfen und werden weiterhin Fehler machen, bequem sein, orientierungslos.

Wir geben nur niemandem mehr die Schuld dafür, außer uns selbst. Wenn wir schon von Schuld sprechen müssen.

Wir wissen, dass unsere Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten die besten Eltern sind, dass wir uns den Partner selbst aufgezwungen haben; ebenso die Zigarette, den Job, alles woran wir glauben.

Erwachsen zu sein, macht dich zum Meister deines Lebens. Du nimmst es zunehmend in die Hand, weil es DIR gehört und dir dadurch viel mehr Möglichkeiten offenstehen.

Also trau dich, erwachsen zu werden!

LEO



Dieser Text wurde von unserem Lebe Bewusst Partner Leo Zillinger zur Verfügung gestellt

weitere Infos auf der www.lebe-bewusst.at/Therapeuten/Bewusstseinsarbeit/Leopold-Zillinger/104618
oder direkt auf der Webseite schutzengelgmuh.com 





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